Reisetagebuch – Donau Hauptstädte ab Wien mit der A-ROSA FLORA
Manche Reisen vergehen, andere bleiben noch lange im Herzen. Unsere achttägige Donaukreuzfahrt mit der A‑ROSA FLORA führte uns von Wien über Budapest, Esztergom und Bratislava wieder zurück in die österreichische Hauptstadt.
Zwischen beeindruckenden Städten, spontanen Entdeckungen, kulinarischen Genüssen und vielen besonderen Momenten zu zweit haben wir Erinnerungen gesammelt, die wir gern mit Ihnen teilen möchten. Kommen Sie mit an Bord und begleiten Sie uns auf unserer Reise entlang der Donau.

Tag 1 – Wien
Es gibt ja so Herzklopfstädte. Da war man noch nie und dann ist man da und will am liebsten die Welt umarmen. Oder Walzer tanzen. Wow, wir sind in Wien. Eben noch im ICE unser Donauabenteuer ausgemalt und schon geht es los. Micha hat durchs Taxifenster als erstes unsere A‑ROSA FLORA entdeckt.
Dafür war ich die Erste an Bord. Unsere erste Kreuzfahrt. In unserer Kabine hab ich mich vor Freude aufs Bett fallen lassen. Ich hab mich so frei gefühlt. Micha stand am französischen Balkon und pfiff leise „Vienna Calling“ von Falco. Wiens Rufen nachgeben? Ach nein, schon später Nachmittag. Wien muss warten.
Stattdessen rief das Verwöhnprogramm: Erst zum Cocktail in die Panorama Lounge, dann im Restaurant ab ans Buffet. So viel Auswahl? Ich bleib für immer! Später haben wir auf dem Sonnendeck Wiens Silhouette durchs Weinglas schrumpfen sehen.
Dann kam der Sternenhimmel und eine Sternschnuppe dazu. Aber wir waren ja schon wunschlos glücklich. Prost, du schönes Reiseleben!
Tag 2 – Budapest
Mein Frühstück zu Hause: Ein Kaffee und dann „Go“. Und an Bord? Kann ich nicht anders als genießen. Hier noch ein Croissant, da noch den leckeren Camembert. Mein Spiegelei kam direkt aus der Pfanne. „Achtung Micha, schon dein drittes Brötchen“, hab ich gestichelt. Doch wozu drauf achten? Wir haben danach alle Kalorien in Entdeckerfreude umgewandelt.
Budapest lag uns zu Füßen. Wir sind auf den Burgberg rauf und haben von der Fischerbastei den schönsten Ausblick genossen. Gleich nebenan: die Matthiaskirche. Genau, die, in der sich Sisi und Kaiser Franz Joseph I. getraut hatten. Ich dachte: Ob Micha mir gleich die berühmte Frage stellt? Aber mir war auch so schon romantisch ums Herz. Später sind wir mit einer gelben Straßenbahn bis zur Margaretenbrücke gefahren.
Und dann sind wir Hand in Hand die Donau entlang zurück ins Budapester Leben gebummelt. Vorbei am Parlamentsgebäude über den Elisabethplatz mit dem großen Riesenrad. Wir haben von ganz oben sogar unser Schiff entdeckt. Spielzeugklein. Und dann war es wieder groß. Vor allem beim Abendessen. Und beim Live Cooking hab ich mir das Rezept von den ungarischen Teigtaschen gemerkt.
Und unser Rezept für später? Micha hatte mir was von Ruinenbars vorgeschwärmt. Hatte er auf Youtube entdeckt. Gebongt! Noch mal ins Bad und dann ab ins Szimpla Kert – eine riesige Bar, die vor Lebensfreude überschwappte. Danach sind wir noch mal zum Margaretenplatz und haben im Riesenrad Budapests Lichtermeer ins Herz geschlossen.

Tag 3 – Budapest
Wo ist eigentlich der Micha-Morgenmuffel hin? Pfiff ein Lied im Bad und versprach mir eine dicke Überraschung. Nach dem Frühstück wurde aus dem großen Fragezeichen erst ein Einstieg in den Reisebus und dann ein Ausflug in die Puszta.
Weite und Gras bis zum Horizont. Gestern die Ruinenbar? Auf einem anderen Planeten. Wir waren voll im Hier und Jetzt, stiegen in eine Kutsche um, machten eine kleine Rundfahrt durch die Steppe.
Überall die freundlichen Gesichter der Einheimischen. Später haben sie uns eine Pferdeshow gezeigt. Ich – die Pferdenärrin – war in Gedanken wieder bei Oma auf dem Reiterhof. Überraschung gelungen.
Wieder zurück, haben wir uns auf dem Schiff E-Bikes ausgeliehen und sind raus zur Margareteninsel gestrampelt. Grün über Grün. Wir haben unter alten Bäumen ein kleines Picknick im Japanischen Garten gemacht – mit einem Kaffee und diesem unwiderstehlichen ungarischen Baumstriezel. Neben uns schwammen Seerosen. Naschflash traf Romantik. Vor dem Abendessen sind wir noch einmal drauflosgebummelt.
Ohne Kompass oder Ziel. Einfach wir zwei, ein paar versteckte Hinterhöfe, Schaufenster zum Naseplattdrücken und das schöne Gefühl, dass noch so viel vor uns liegt.
Zum Beispiel der Abend. Unser Bord-DJ hat unsere Lieblingssongs gespielt. Und wir haben getanzt, getanzt, getanzt – bis wir glückstrunken ins Bett gefallen sind.
Tag 4 – Esztergom
Bin nachts aufgewacht. Wie herrlich! Ich sah kleine Lichter am Ufer vorbeiziehen, und durchs geöffnete Fenster begleitete mich das Plätschern der Donau zurück in den Schlaf.
Beim Aufwachen Nummer zwei war es schon hell. Draußen: Esztergom. Ich gleich raus aus den Federn und vom Balkon aus geguckt, ob die große Basilika auch wirklich da ist. Die Morgensonne schien auf die mächtige Kuppel und ein Schwarm Vögel zog darüber hinweg. Mein Ganz-für-mich-Moment. Micha? Schlief noch.
Nach dem Frühstück sind wir runter vom Schiff. Einmal über die Brücke mit dem kleinen Fluss und den Hausbooten – schon waren wir in den gemütlichen Gassen. Alles so schön klein und verträumt hier.
Dann sind wir den Hügel rauf, auf dem die Basilika thront. Wir standen davor und fühlten uns wie Gulliver. Allein die riesige Tür. Ich liebe es, unterwegs in Kirchen einzutauchen. Die Welt wird leiser, jeder Schritt langsamer. Und je größer und schöner die Kirche, desto mehr Erfurcht durchströmt mich.
Die Basilika ist besonders groß und schön. Allein das alles überstrahlende Altarbild mit der schwebenden Maria. Es gab auch einen kleinen Raum, in dem wir eine Kerze anzünden durften. Und dann sind wir hoch zur Kuppel. 400 Stufen, aber der Ausblick … Unter uns grüne Hügelwellen bis zum Horizont, und mittendrin das Band der Donau.

Später war ich in der Slowakei und Micha in Ungarn. Wir sind über die Maria-Valeria-Brücke gelaufen. Mittendrauf die Grenze zwischen beiden Ländern. Nach einem Selfie mit unserem Schiff im Hintergrund sind wir zurückgebummelt. Erst mal zurück an Bord zum Mittagessen. Mmh, lecker Gulasch! Überhaupt war das Buffet wieder mit vielen ungarischen Spezialitäten gespickt. So reist man auch gleich kulinarisch durchs Land.
Am Nachmittag – entspannter Stadtbummel von einem Café zum nächsten Eisstand. Am schönsten fand ich den Széchenyi tér, den Rathausplatz. Wir saßen auf der Bank unter Ahornbäumen und verträumten die Zeit. Um uns die schönen barocken Häuser, dazu grüne Kuppeln und Türmchen. Mein Herz war ganz leicht.
Tag 5 – Bratislava
Schon wieder eine neue Stadt. ich hab mir vorgestellt, wir würden die Tour mit Zug oder Auto machen. Jeden Tag rein ins Hotel, raus aus dem Hotel. Hier? Einfach von Bord und neue Stadt, wir kommen. Und was für eine! Auf Bratislava war ich besonders gespannt, denn ich hatte gar kein Bild vor Augen. Und jetzt so ein prächtiges Bild, live, zum Anfassen.
Micha und ich haben nach dem Frühstück unsere Schuhsohlen geschont und sind mit dem City-Express – eine lustige Straßenbimmelbahn – rauf zur Pressburg. Das gehörte zum A-ROSA Ausflug, den wir uns heute gegönnt haben. Mit Guide und vielen spannenden Geschichten im Ohr.
Oben auf dem Burgberg wieder einer dieser Ausblicke, von denen man nicht genug bekommt. Micha zeigte mir in Richtung einiger Weinberge und sagte: „Da geht’s morgen hin“. Wieder eine Überraschung? Sehr gern.
Unser Guide – eine total nette Frau – erzählte uns, dass Herzog Wratislaw die Festung hier oben im 17. Jahrhundert bauen ließ. Wratislaw? Bingo, nach ihm heißt Bratislava. Und Maria Theresia hatte später auch ihre Finger im Spiel.

Danach sind wir zusammen durch die Altstadt geschlendert. Durchs Stadttor mit dem Kupferturm zum Alten Rathaus. Am Maximiliansbrunnen haben Micha und ich uns wie Kinder mit Wasser bespritzt. Danach kam das Primatialpalais. So,so, hier haben Österreich und Napoleon also damals Frieden geschlossen. Aber eine Kanonenkugel von ihm soll noch im Rathaus liegen.
Nachmittags waren wir noch mal allein in der Altstadt. Micha hatte was Spannendes im Web gefunden: die „Passage“. Das ist ein Tunnel aus 12.000 Büchern. Überall Spiegel, und man hat das Gefühl, die Bücherwände würden nach oben und unten ins Endlose reichen. Echt surreal und faszinierend!
Wieder draußen haben wir in einem Café ein Pressburger Kipferl genascht. Und dann kam noch so ein Sahnetörtchen aus Karamel, Pudding und Blätterteig dazu. Wir zwei Naschkatzen im siebten Himmel.
Den Sonnenuntergang haben wir dann bei einem Glas Frankovka vom Ufo-Restaurant aus bewundert. Da, wo die Sonne versank, war schon Österreich – übermorgen unser nächstes Kapitel.
Tag 6 -Bratislava
Was mich sehr beeindruckt: Das Zusammenspiel der Menschen hier an Bord. Alles ist auf den Punkt fertig, und wenn beim Frühstück mal was leer ist – schwupps ist es wieder aufgefüllt. Dazu ein herzliches „Hello“, ein freundliches Lächeln, so macht das In-den-Tag-gleiten Spaß.
Apropos gleiten: Micha und ich haben uns wieder zwei Bikes ausgeliehen. Unser Ziel: die Weinberge von Rača. Das ist ein Stadtteil von Bratislava, wo der berühmte Frankovka herstammt, den wir gestern im Ufo getrunken hatten.
40 Minuten über die tollen Radwege der Stadt – per E-Bike ein Klacks. Das galt dann auch für die Weinberge, auf die es ganz schön steil bergauf ging. Oben auf den Hängen sind wir durch ein Meer aus Reben geradelt und konnten bis zur Donau sehen.
Was mich sehr beeindruckt: Das Zusammenspiel der Menschen hier an Bord!
Später sind wir in eine Vinothek in Rača eingekehrt. Wir saßen gemütlich im Garten, die Sonne schien ins Glas und der Winzer konnte auch ein bisschen Deutsch. Vor allem konnte er uns tolle Weine einschenken. Immer nur ein Schlückchen zum Probieren, schließlich mussten wir ja noch rauf auf den Sattel. Vom Blaufränkischen haben wir dann gleich drei Flaschen mitgenommen. Immerhin hat er schon Maria Theresia geschmeckt.
Abends in der Panorama Lounge: Musik-Bingo. Unser Bord-DJ spielte jeweils ein paar Songs an, und wenn wir den auf unserem Zettel hatten – schnell ein Kreuzchen gemacht.
Wir hatten gute Unterstützung von unseren Tischnachbarn – ein lustiges Pärchen in unserem Alter. Wie wir aus Berlin. Fast hätten wir gewonnen. Na ja, wir haben eh schon gewonnen mit unserer Reise. Da waren wir vier uns einig. Und darauf haben wir dann angestoßen.

Tag 7 – Wien
Hallo Herzklopfstadt, da sind wir wieder. Um ehrlich zu sein, sind unterwegs noch einige hinzugekommen. Und jetzt wartete als Ausklang endlich Wien. Und Micha? Kam schon wieder mit einer Überraschung um die Ecke: Er hatte an Bord heimlich einen ganz tollen Ausflug gebucht. Wir erst mal per Taxi vom Schiff aus in die City. Und da funkelte er auch schon in der Sommersonne: der Oldtimer aus den 20er Jahren.
„Küss die Hand, schöne Frau“, sagte Micha und geleitete mich auf die Rückbank. Unser Fahrer sprach natürlich Wiener Dialekt. Ich liebe das, wenn es im Fernsehen kommt. Und jetzt live.
Motor an, los ging die kaiserliche Zeitreise. Vorbei an der Hofburg, dem Rathaus, dem Stephansplatz. Alles gaaanz langsam, dass man nebenherlaufen konnte. Aber wer will das schon, wenn man so herrliche Logenplätze auf diese großartige Stadt hat?
Am Nachmittag wollte ich unbedingt in den Prater. Nur einmal Riesenrad fahren. Mein Lieblingsfilm ist „Before Sunrise“ mit Ethan Hawke und Julie Delpy. Und ich hatte natürlich die Szene im Riesenrad vor Augen.

Und als Micha und ich dann da oben über Wien schwebten – Romantik pur.
Später sind wir durch Wien geschlendert. Da kamen wir mit so einem herzlichen Ur-Wiener ins Gespräch. Sein Tipp: die Jesuitenkirche am Dr.-Ignaz-Seipel-Platz. Ein Katzensprung, gleich in den hinteren Gassen. Wir natürlich hin. Wir waren die einzigen drinnen. Weihrauchduft und vielleicht der stillste Ort in Wien. Über uns die Decke sah aus wie eine riesige Kuppel – obwohl sie keine war. Eine optische Täuschung.
Auch danach sind wir abseits des Trubels geblieben. Wir haben uns in ein Kaffeehaus gesetzt, jeder eine Melange und – das musste sein – ein Stück Sachertorte bestellt. Wir haben die Vorbeigehenden beobachtet und darüber nachgedacht, dass unsere Kreuzfahrt morgen auch vorbeigeht.
Deshalb wollten wir noch mehr von Wien. Nach dem Abendessen sind wir gut gestärkt zum dritten Mal ins Zentrum gefahren. In der Sterngasse sind wir rein in Josefs Cocktailbar. Das war wieder so ein spontaner Tipp von der Straße. Für unseren Reiseabschluss was richtig Stilvolles. Und erst die Cocktails. Wir waren beschwipst und glücklich und kehrten per U-Bahn zu unserem Schiff zurück – das wir längst unser Zuhause nannten.

Tag 8 – Wien
Mit Abschied hab ich’s ja nicht so. Am liebsten schnell weg und rein ins neue Kapitel. Heute war das nicht so leicht. Wir wären gern länger geblieben. Wenigstens noch einen Tag, noch eine Stadt. Wir sind extra früh zum Frühstück, um extra lang die letzten Augenblicke in Wien an Bord zu genießen.
Später saßen wir wieder im ICE nach Berlin. Jeder hing in seinen Gedanken, spulte die Reise im Kopf zurück. Und dann sprudelte es aus uns heraus, und wir fingen an aufzuzählen, welches Highlight für uns das wohl schönste war. Wir versuchten, das tollste herauszufischen. Es gelang uns nicht. Es waren einfach zu viele. Und dann? Begannen wir, gemeinsam von unserer nächsten Kreuzfahrt zu träumen.










