Reiner Meutsch im Interview – „Aus einer Reise kann eine ganze Schule entstehen.“
Großes erleben und Gutes tun – für Reiner Meutsch ist das seit vielen Jahren eine gelungene Kombination. Der RPR1-Radiomoderator und Mitgründer von „Berge & Meer“ hat sich 2010 einen Lebenstraum erfüllt: Einmal im eigenen Kleinflugzeug um die ganze Welt. Aus der Liebe zum Reisen entstand die Leidenschaft fürs Helfen. Mit seiner Stiftung FLY & HELP hat er weltweit den Bau von über 1.000 Schulen ermöglicht.
Wir von A-ROSA unterstützen dieses großartige Projekt mit den FLY & HELP Charity Kreuzfahrten. Warum dabei Deutschlands Schlagerstars eine entscheidende Rolle spielen, wie es zu unserer Zusammenarbeit kam und wieso Kindern zu helfen so viel Freude macht? Das und mehr verrät Ihnen Reiner Meutsch im A-ROSA Interview.

Lieber Reiner, wie kamst du eigentlich auf die Idee zu deiner Weltreise?
Vor rund 45 Jahren habe ich mit einem Freund das Touristikunternehmen „Berge & Meer“ aufgebaut. Wir haben quasi erfunden, dass man Reisen auch direkt übers Telefon buchen kann.
Als wir später unser Unternehmen an TUI verkauft haben, wollte ich den Traum meines Vaters verwirklichen. Er war Busunternehmer und sagte immer: „Wenn ich Rentner bin, werde ich die Welt bereisen.“ Mein Vater starb mit 58 Jahren und ist nie gereist. Das wollte ich nun tun.
Ich ließ mich zum Piloten ausbilden und wollte eine Weltreise machen, um zu erleben, was meinem Vater verwehrt blieb. Ich habe mir ein Kleinflugzeug gekauft, mir einen Co-Piloten organisiert und die Stiftung „Fly & Help“ gegründet. Unterwegs wollte ich von meinem Geld Schulen bauen lassen, damit das Reisen auch einen Sinn bekam.
Es war unglaublich, mit welcher Gastfreundschaft ich empfangen wurde – von Menschen, die nur das haben, was sie am Körper tragen. Und ich sah in strahlende Kinderaugen, die so dankbar sind, Bildung zu bekommen.
Und wie ging es weiter?
2010 flog ich zuerst nach Afrika. In Ruanda habe ich die erste Schule eröffnet. Sie hat ca. 30.000 Euro gekostet und ich erlebte vor Ort, was mit überschaubaren Mitteln möglich ist. Es war unglaublich, mit welcher Gastfreundschaft ich empfangen wurde – von Menschen, die nur das haben, was sie am Körper tragen. Und ich sah in strahlende Kinderaugen, die so dankbar sind, Bildung zu bekommen.
Die Reise ging weiter nach Asien. Die nächsten Schulen besuchte ich in Indien und Java. Ich flog nach Australien und Mittelamerika, bis nach Brasilien. Dort hatte ich aus meiner Radiosendung „Mein Abenteuer“ jemanden kennengelernt, der mir von den vielen Straßenkindern in Maceió berichtete. Für diese Kinder haben wir eine Vorschule gebaut.
Nach einem Jahr, 100.000 Kilometern und 77 Ländern kam ich nach Hause. Die Momente bei den Schuleröffnungen haben mich sehr bewegt. Und ich wusste: Das soll mein neues Lebensziel werden: Ich will noch mehr Schulen bauen. Ich stellte mir ein Team zusammen – privat von mir bezahlt. So wird das Geld, das man mir anvertraut, eins zu eins in Schulen verbaut.
All das hat viel Dynamik bekommen.. Ich habe ein Kuratorium mit namenhaften Personen aus der Wirtschaft, der Politik und dem allgemeinen Leben zusammengestellt, die unsere Stiftungsarbeit kontrollieren. Wir haben das DZI Spendensiegel – das Gütesiegel seriöser Spendenorganisationen – erhalten. Und wir wuchsen und wuchsen – bis heute.

Wie viele Schulen habt ihr schon gebaut?
2025 konnte ich unsere tausendste Schule in Sri Lanka eröffnen. Allein 2026 kommen 150 neue Schulen hinzu – darunter auch die A-ROSA Schule in Namibia. A-ROSA ist als einer unserer Partner sehr wichtig. Durch meine Kontakte in der Touristik sind etwa 40 Prozent der Schulen entstanden. Ich bin der großen Touristikerfamilie sehr dankbar für die treue Unterstützung unserer Arbeit, mit der wir vielen hunderttausenden Kindern dieser Welt eine bessere Zukunft durch Bildung schenken können!
Allein 2026 kommen 150 neue Schulen hinzu – darunter auch die A-ROSA Schule in Namibia.
Wie läuft das genau mit dem Bau der Schulen?
Wir haben in jedem Land Partnerorganisationen, die den Bau umsetzen. Das können große Organisationen wie die Welthungerhilfe sein, aber auch viele kleine Partner, die meist schon jahrzehntelange Erfahrung in dem jeweiligen Land haben. Meist bauen wir staatliche Schulen. Der Staat finanziert die Lehrer und die laufenden Kosten. Und die Kommune sorgt dafür, dass es die Schule auch noch in 40 Jahren gibt. Das überwachen unsere ehrenamtlichen Helfer, die für uns in der Welt unterwegs sind. Ich selbst bin im Jahr 220 Tage unterwegs. Da kontrolliere und eröffne ich Schulen. Wir sind mittlerweile in 57 Ländern tätig.
Wie kamst du auf die Idee, Schlager und Charity miteinander zu verbinden?
Ich bin ja auch Radiomoderator, und für RPR1 moderiere ich seit Jahrzehnten große Events. Ob Schlagerpreise auf der Loreley, Festivals oder Galas. So kamen viele Kontakte zu Künstlern zustande. Davor habe ich auch schon Stars für „Berge & Meer“ gebucht. Als ich die Stiftung gründete, war Heino der Erste, der mitmachte. Er sagte: „Wenn du mich brauchst, trete ich kostenlos auf.“ Das hat immer mehr Stars motiviert, mit mir Schlagerreisen zu machen. Ob Jürgen Drews oder Howard Carpendale.
Einmal war Mickie Krause mit. Der sagte ganz spontan auf der Bühne: „Reiner, ich geb dir 40.000 Euro, bau mir eine Schule in Afrika“. Ein Jahr später war ich mit ihm in Ruanda. Uns empfingen 1.600 Kinder, und sie sangen: „Schatzi, schenk mir ein Foto.“ Mickie war so gerührt, dass er weinte. RTL war dabei und hat den emotionalen Moment eingefangen.
Das hat Kreise gezogen und dadurch habe ich immer mehr Zuspruch von Künstlern bekommen, die auch Botschafter werden wollen: Ben Zucker, Luna, Oli P., Patrick Lindner, Peter Orloff, Stefan Mross, Michael Holm oder Jürgen Drews. Der ist jetzt über 80 und sagte zu mir: „Reiner, ich kann zwar nicht mehr singen, aber nimmst du mich trotzdem mit?“ Und ich sagte: „Du darfst immer dabei sein“. Und so hat all das unglaubliche Wellen geschlagen.

Seit wann macht ihr das mit den Schlagerreisen?
2012 fing ich mit einer Fly & Help-Gala an. Da waren Heino und später auch Howard Carpendale dabei. Im Kameha Bonn hatten wir immer volles Haus. Und dann sind wir nach Las Vegas zu Heinos Freunden Siegfried und Roy geflogen, und ich habe gesagt: „Lass uns Leute mitnehmen.“ So habe ich angefangen, Reisen auszuschreiben, die in Verbindung mit den Stars stehen, aber immer Geld für den guten Zweck einkalkulieren.
Mittlerweile veranstalten wir mehrere große Schlagerreisen jedes Jahr, aus deren Spendenerlösen ganze Schulen entstehen. Oft kommen auch Gäste auf mich zu, die so inspiriert werden, dass sie für einen eigenen Schulbau spenden.
Welche Möglichkeiten hat man, sich bei euch zu engagieren?
Viele Menschen engagieren sich mit tollen und kreativen Ideen für uns, um Spenden zu sammeln, zum Beispiel durch Weihnachtsmarkt-Stände, Sponsorenläufe an Schulen, Charity-Fußballturnieren oder ähnliches.
Es hilft uns auch sehr, wenn man einfach unsere Botschaft in die Welt trägt und Bekannten und Freunden von unserer Arbeit berichtet. Jeder Spendeneuro hilft uns, weiteren Kindern eine bessere Zukunft zu schenken. Mit ca. 50 Euro kann man zum Beispiel schon eine Schulbank finanzieren. Eine ganze Schule kostet ca. zwischen 50.000 und 70.000 Euro.
Beim Bau einer Schule selbst brauchen wir keine Unterstützung. Wir nutzen immer nur das Material und die Bauarbeiter, Architekten und Ingenieure des Landes. Denn wir möchten Arbeitsplätze vor Ort schaffen.
Wie kam es zu der Zusammenarbeit zwischen Fly & Help und A-ROSA?
Das liegt unter anderem am Kontakt zwischen dem A-ROSA Geschäftsführer Rolf-Dieter Maltzahn und meiner Tochter Jessina Kunkel, die unser Reisegeschäft leitet. Sie haben damals bei DERTOUR zusammengearbeitet. Dieser Kontakt ist geblieben. Und so hat sich das entwickelt.
Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Fly & Help und A-ROSA konkret ab?
Wir sind glücklich, euch zu haben. Ihr stellt eure Schiffe für einen Star zur Verfügung, der kostenfrei auftritt. Aber ihr zahlt die Gage an FLY & HELP, die wiederum eins zu eins in Schulen verbaut wird.
Hinzu kommt: Flusskreuzfahrten bieten viel Nähe an Bord. Wenn du dort einen Schlagerstar präsentierst, mit dem die Gäste groß geworden sind, dann sind sie natürlich stolz, solch einen Künstler hautnah zu erleben. Der ist ja auch beim Frühstück oder Abendessen ansprechbar, gibt Autogramme, macht Selfies mit den Gästen und ist einfach Mensch. Dadurch erhöht sich auch die Bereitschaft zu spenden.
Und damit das nicht nur die Gäste tun, stellt A-ROSA jährlich Geld bereit, und wir bringen die Künstler aufs Schiff. Diese Einnahmen verbauen wir dann komplett. Und so entsteht eine Schule, die auch euren Namen trägt. So wird unsere Partnerschaft auch künftig weitergehen: mit Stefan Mross, Peter Orloff und Claudia Jung, die alle für neue Schulen sammeln. Sie treten allesamt ohne Gage für den guten Zweck auf und wenn Reisekosten und Spesen entstehen, dann zahle ich die aus eigener Tasche. So haben wir keine Extrakosten, und das Geld fließt zu 100 Prozent in neue Schulen.
Wir sind glücklich, euch zu haben. Ihr stellt eure Schiffe für einen Star zur Verfügung, der kostenfrei auftritt.
Ihr wart ja dieses Jahr im März schon einmal an Bord von A-ROSA. Wie war die Stimmung?
Die Gäste waren begeistert, und Stefan Mross hat sofort gesagt: „Das mach ich wieder.“ Er hat mich via WhatsApp auf dem Laufenden gehalten. Ich war selbst nicht dabei, aber ich habe natürlich von Stefan und meinen Mitarbeitern erfahren, wie die Stimmung war.
Was erwartet unsere Gäste 2027 auf der FLY & HELP Charity Kreuzfahrt?
Im November 2026 wird zunächst Claudia Jung an Bord sein. Im März 2027 folgt Peter Orloff und im November kommt Stefan Mross erneut an Bord. Alle sind tolle Botschafter von FLY & HELP – insbesondere Peter Orloff, der sogar privat schon zwölf Schulen finanziert hat.


Warst du vorher schon einmal auf einer Flusskreuzfahrt unterwegs?
Ja, mehrmals. Ich habe zum Beispiel den Nil bereist, und mit meiner Mutter war ich auf dem Rhein unterwegs. Dahintreiben und dann wieder an Orten sein, wo man einfach aussteigen und in den wunderbaren Altstädten verweilen kann … Ich habe schöne Erinnerungen an Flusskreuzfahrten.
Neben den Schlagerauftritten gibt es an Bord auch den Vortrag „Abenteuer Weltumrundung“. Was erwartet unsere Gäste genau?
Mein Vortrag dauert 60 Minuten. Wenn ich selbst an Bord bin, nehme ich meine Gäste einmal mit um die ganze Welt und erzähle von meiner Weltumrundung im Kleinflugzeug im Jahre 2010. Es ist ein Erlebnis voller Emotionen und Reiseeindrücke, voller Bilder, Geschichten und Abenteuer. Und wenn ein anderes Teammitglied an Bord ist, wird ebenfalls ein detaillierter Einblick in die Stiftungsarbeit gegeben.

Kannst du uns einen kleinen Ausblick auf die zukünftige FLY & HELP-Arbeit geben?
Wir haben jetzt schon 200.000 Kindern in unseren Schulen Bildung ermöglicht. Ich werde weitermachen, solange ich so ein tolles Team hinter mir habe, solange ich Förderer wie euch und Sponsoren habe, die mich unterstützen. Solange ich gesund bin und – vor allem – Spaß daran habe.
Und meine beiden Töchter – die eine, Silanca, ist verantwortlich für die Umsetzung der Stiftungsprojekte, die andere, Jessina, leitet das Reise-Team – haben mir gesagt: „Papa, wenn dir irgendwas auf den Reisen passiert, werden wir alles in deinem Sinne weitermachen.“ Die Zukunft ist also abgesichert.
Wenn du einen Wunsch frei hättest – welcher wäre das?
Am Ende des Lebens kommt es nicht darauf an, wie viel Titel und Geld du hast, sondern, wie viel Gutes du in deinem Leben bewirkt hast. Mein Wunsch ist, dass die Menschen mal innehalten. In guten wie in schlechten Zeiten. Und sich überlegen, ob es einen Weg gibt, Kindern zu helfen. Eine 5-Euro-Spende ist genauso viel wert, als wenn mir jemand eine ganze Schule schenkt. So oder so setzt sich die Person damit auseinander, dass es andere gibt, die Hilfe benötigen.
Es wäre schön, wenn die Menschen nicht nur nach immer mehr streben, sondern auch an die denken, denen es nicht so gut geht wie uns.
Erlebe selbst die FLY & HELP Charity Flusskreuzfahrten mit A-ROSA. Mehr Informationen findest du auf unserer Homepage.


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