Ein Ausflug zu den Kreidefelsen von Étretat

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Ich bin eigentlich kein großer Freund von organisierten Ausflügen. Wie ihr vielleicht auch schon bemerkt habt, liebe ich es einfach, allein und auf eigene Faust loszuziehen. Manchmal habe ich dafür genau recherchiert, welche Sehenswürdigkeiten es wo und wann zu besichtigen gilt. Ab und zu stiefle ich aber auch einfach so davon, ganz ohne zu wissen, wohin ich eigentlich will.

Auch mal Neues wagen!

Diesmal ist das anders: Ich weiß ganz genau wohin ich will. Aber leider weiß ich auch, dass ich auf eigene Faust da nicht so ohne weiteres hinkommen werde. Dafür bietet A-ROSA bei den Seine-Kreuzfahrten einen Ausflug an, der perfekt auf all meine Vorstellungen zu passen scheint. Étretat ist dabei, der Ort, den ich so unbedingt einmal sehen will. Außerdem noch Le Havre, eine Stadt am Ärmelkanal, die mich schon Anfang des Jahres bei einem Kurzbesuch mit ihrem unfassbar breiten Strand so fasziniert hat. Also schön, wagen wir eben mal das Experiment „Gruppenausflug“. Ich buche zwei Tickets, eins für mich und eins für meinen Freund, welcher mich auf dieser Reise begleiten wird. Der freut sich übrigens, endlich mal keine „abenteuerliche Entdecker-Wandertour“ mit mir unternehmen zu müssen. Und im Gegensatz zu mir hat er auch kein Problem mit langen Bustouren und Stadtrundfahrten.

Los geht das Abenteuer!

Der Ausflug findet an Tag Zwei unserer Reise statt. Bereits am Morgen haben wir hier in Caudebec-en-Caux festgemacht und während manche Gäste den Vormittag schon für erste Erkundungstouren der Stadt nutzen, schlafen wir erstmal ganz gemütlich aus und genießen dann die warme Herbstsonne an Bord unserer A-ROSA VIVA. Dass die Abfahrt der Ausflugsbusse heute erst auf 13.30 bestimmt ist, empfinde ich dabei als absoluten Pluspunkt. Somit bleibt genug Zeit um sich am Mittagsbuffet ausgiebig zu stärken und nochmal alle Energiespeicher aufzufüllen.

Ab in den Bus

Pünktlich um halb zwei werden wir dann von unserer Cruise Managerin am Bus begrüßt, mit Audio Geräten ausgestattet und schon kann die Fahrt beginnen. Unsere französischen Guides, Ben und Fred, erzählen schon auf der Hinfahrt viel Wissenswertes zum Leben in der Normandie. Zu meiner Überraschung: wirklich wissenswertes und nicht nur schnöde Zahlen und Fakten zur Historie des Landes. Die halbe Stunde bis zur Stadtrundfahrt in Le Havre vergeht deutlich schneller als gedacht  und schon sind wir auch an unserem ersten kurzen Stopp angelangt: 10 Minuten Fotopause am wahrscheinlich schönsten Aussichtspunkt der Stadt. Von hier oben aus ist die Aussicht auf den breiten Strand wirklich phänomenal. Okay, sie wäre es, wenn wir ein bisschen mehr Glück mit dem Wetter hätten. So ist der weite Blick in die Ferne von grauen Nebenschwaden verhangen und die Umrisse der einzelnen Gebäude lassen sich nur erahnen.

Angekommen in Étretat

Nach einer weiteren Fahrt von circa einer halben Stunde erreichen wir schließlich das Ziel unseres heutigen Ausflugs: die französische Küstenstadt Étretat. Unser Guide begleitet uns noch bis ins Zentrum, bevor er uns in zwei Stunden Freizeit „entlässt“. Ich bin ganz aufgeregt und obwohl die Stadt mit ihren kleinen alten Fachwerkhäuschen auch ein paar süße Läden und Gassen zum Durchschlendern besitzt, zieht es mich sofort an den Strand. Staunend bleibe ich vor dem Panorama stehen, das sich mir da bietet. Eine breite Bucht umrahmt von zwei pittoresk anmutenden Felsen, das weite graublaue Meer und satte tiefgrüne Wiesen – Eine Kulisse wie gemalt.

Klettern auf den Kreidefelsen

Wir haben Glück und es ist gerade Ebbe, sodass wir ganz nah ran an die Felsen klettern können. Es ist schon ein wenig abenteuerlich, über die vielen kleinen Steingruppierungen und Wasserlöcher zu hüpfen, allesamt dicht mit Algen bewachsen. Wir müssen wirklich höllisch aufpassen, nicht abzurutschen, also lassen wir unseren Blick besser die ganze Zeit nach unten gerichtet. Ab und an aber bleiben wir kurz stehen, um die Aussicht zu genießen. Außer uns gibt es nicht viele, die sich soweit nach draußen trauen und so liegt eine wunderbare Ruhe über der gesamten Bucht. Wenn keiner von uns beiden redet, herrscht bis auf das sanfte Rauschen der Wellen, die der Wind ans Ufer spült, vollkommene Stille. An diesem Ort fühle ich mich auf einmal komplett verbunden mit der Natur, fernab von Ausflugsbus und Audio Guide.

Eine Aussicht, die mich sprachlos macht

Wir genießen noch ein wenig die Stille hier am linken Felsen, bevor wir wieder umkehren in Richtung des Anderen. Auf diesem scheint sich eine kleine Kapelle zu befinden, die über einen langen Weg mitten durch unberührte Landschaft zu erreichen ist. Beim Aufstieg kommen wir ganz schön ins Schwitzen und ich bin heilfroh, heute auf die bequemen Turnschuhe gesetzt zu haben. Ungefähr 10 Minuten brauchen wir vom Fuße des Bergs bis ganz nach oben. Die Aussicht hier macht mich sprachlos. Uns umgibt eine vernebelte Stimmung, die schon fast etwas Mystisches hat. Der Wind pfeift uns lautstark um die Ohren und erinnert in seiner Kraft daran, dass wir uns direkt an der Küste zum offenen Meer befinden. Es fällt mir schwer, die Schönheit dieser Landschaft in Worte zu fassen. Also lasse ich an dieser Stelle lieber Bilder sprechen.

Was, schon wieder zurück?

Die zwei Stunden verfliegen nur so. Als wir wieder am Ausflugsbus ankommen, bin ich zum ersten Mal froh, jetzt nicht auf eigene Faust noch den Weg zurück zum Schiff finden zu müssen. Ich lehne mich einfach in meinem Sitz zurück, schließe die Augen und lasse noch einmal die Bilder der letzten Stunden an mir vorbeiziehen. Und noch während ich das Salz des Ozeans auf meinen Lippen schmecke und das Rauschen der Brandung in meinen Ohren summt, schaukelt mich der Bus gemächlich in den Schlaf.

Mein Fazit zum Ausflug

Gegen 19 Uhr erreichen wir wieder unsere A-ROSA VIVA. Der Ausflug ist vorbei und es wird Zeit ein kleines Fazit zu ziehen: Für mich hat es sich absolut gelohnt, diese Tour unternommen zu haben. Das Klischee von stundenlangen Busfahrten mit geschichtsträchtigen Vorträgen ist wohl längst überholt, oder hat zumindest auf unseren heutigen Ausflug nicht zugetroffen. Es blieb genug Zeit und Raum zum individuellen Entdecken der Stadt, ohne dass ich mir selbst Gedanken über Anreise und Abfahrt machen musste. Ein sehr beruhigendes, vor allem aber unfassbar entspannendes Gefühl!

Noch ein Tipp damit ihr diesen Ausflug nicht verpasst

Dieser und alle anderen Ausflüge bei A-ROSA können von euch ganz bequem und nur online für alle Kreuzfahrten vorab reserviert werden. Dafür nutzt ihr vorab die Online-Ausflugsreservierung. Wäre doch schade, wenn ihr meine Highlights von Étretat und die Normandie verpasst, oder?

 

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Eure River Cruise Bloggerin

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