Die Gourmetreisen von A-ROSA sind in vielerlei Hinsicht etwas besonderes. Schon als wir gegen 14 Uhr unser Schiff, die A-ROSA FLORA betreten, liegt eine gewisse Spannung in der Luft. Denn nicht nur für die gerade anreisenden Gäste ist diese Reise hier speziell. Auch die Crew hat für die kommenden 6 Tage noch einmal extra Verstärkung bekommen und ist nun gerade damit beschäftigt, alle Abläufe zu koordinieren und letzte Vorbereitungen zu treffen. Dann sind da natürlich auch noch unsere Gourmetköchinnen dieser Reise, die sich erstmal an ihre neue Umgebung gewöhnen müssen. Immerhin ist es schon etwas komplett anderes, auf einmal in einer verhältnismäßig kleinen Schiffskombüse zu kochen, als wie sonst im heimischen, perfekt ausgestattetem Restaurant.

Ein Blick in die Töpfe der Spitzenköchinnen

Das finde ich ganz besonders spannend. Wie schaffen die das bloß, innerhalb kürzester Zeit solch großartige, mehrgängige Menüs auf die Beine zu stellen, ohne dass ich als Gast von dem ganzen Aufwand etwas mitbekomme? Wie ist es möglich, dass alle Passagiere nahezu gleichzeitig einen heißen Teller bekommen, der nicht nur unfassbar gut schmeckt, sondern nebenbei auch noch fantastisch aussieht? Meine Neugier ist geweckt und schon kurze Zeit später befinde ich mich in den heiligen Hallen dieser Tour: Der Küche.

Gerade sind die Vorbereitungen für das zweite Gourmetmenü der Reise in vollem Gange. Überall stehen riesige Töpfe und ausladende Pfannen, die allesamt bestimmt 5 mal so groß sind, wie unser heimisches Küchenzubehör.

Eine logistische Meisterleistung

Ich schaue einmal genau hin, woran die Spitzenköchinnen gerade werkeln. Offensichtlich befinden sie sich schon in der finalen Endrunde der Vorbereitungen für den Abend. Es geht um das Dekorieren und Anrichten der Gänge – eine Wissenschaft für sich!

Jeder Teller soll gleich aussehen. Dafür wird im Vorfeld für jeden einzelnen Gang ein sogenannter „Muster-Teller“ angefertigt. Quasi als Vorbild für alle. Anhand dieses einen Tellers, werden dann später alle anderen nachgebildet, also muss jetzt bei der Vorbereitung wirklich alles stimmen. Aber was, wenn sich die ein oder andere Komponente des Menüs nicht stundenlang als Anschauungsmaterial verarbeiten lässt? Eine Kugel Eis zum Beispiel. Dann werden eben kurzerhand „Dummies“ angefertigt. Einfach ein wenig Silberpapier zusammenknüllen, in Form bringen und fertig ist das Möchtegern-Himbeereis. Blöd nur, dass sich hier so schlecht die feine Schokoladendeko reinstecken lässt. Na gut, dann muss eben doch mal kurz der gute alte Kleber herhalten. Den Teller wird später eh niemand mehr essen, also macht das ja nichts.

Aber apropos Kleber… Wie sieht das eigentlich aus, wenn man auch sonst im Menü mal soetwas benötigt? Zum Beispiel, damit die hübschen Gläschen und Schüsselchen beim Servieren nicht hin und her rutschen? Da kann man ja schlecht mit UHU-Sekundenkleber anrücken. Für unsere Küchenprofis kein Problem: Soll’s herzhaft sein, dient einfach ein wenig Kartoffelpüree als Anti-Rutsch-Haftung, für die süßen Speisen wird sich leckerer Schokolade bedient. Was ich hier noch so alles für Küchen-Tricks von den Profis lernen kann – total interessant!

Arbeit, die nur im Team funktioniert!

Besonders später in der heißen Phase, dem Anrichten der Gänge, ist absolute Präzision und Teamarbeit gefragt. Da muss wirklich jeder Handgriff sitzen. Alle kennen ihre genaue Position und wissen, was sie wann zu tun haben. Ein kleines Beispiel gefällig?

Posten 1: Bereitstellen der Teller

Posten 2: Rollen des grünen Kräuter-Streifens

Posten 3: Weiterrücken des Tellers

Posten 4: Platzieren der Praline vom Kalbsbäckchen

Posten 5: Zugabe des Preiselbeersugos

FERTIG! Der Service steht auch schon ungeduldig bereit, um die edlen Gerichte mit seinen flinken und weiß behandschuhten Händen ins Restaurant tragen zu können. Das geht dann wie am Fließband. Muss es auch, denn die Gäste sitzen schon hungrig auf ihren Plätzen und warten ganz gespannt auf ihr Menü.

So viel Aufwand für nur eine einzige Vorspeise. Hier wird deutlich, was diese Gourmetreise zu so einem außergewöhnlichem Event macht. Es ist nicht nur die Auswahl und Verwendung exklusiver Zutaten oder der Einsatz von exotischen Gewürzen in aufregenden Kombinationen. Vielmehr trägt der unheimlich hohe Aufwand an Zeit und die geradezu überschwängliche Liebe zum Detail dazu bei, dass jedes Menü, jeder Gang, ja sogar jeder Bissen am Abend zu einem großen Gesamtkunstwerk vollendet wird.

Und sonst so?

Kochshows geben, Rezepte verteilen und immer schön lächeln

Und wenn was schief geht?

Das ist eine Frage die mich wirklich brennend interessiert. Denn trotz der allerbesten Vorbereitung, kann immer einmal etwas daneben gehen. Oder etwa doch nicht? Ich frage Oliver Edelmann, den Chef-Patissier von A-ROSA, welcher uns auf dieser Reise begleitet. Der lacht nur: „Da muss man dann improvisieren und sein ganzes Können einsetzen, das ganze Know-How hervorholen und kreativ werden. Und am Ende sind dann doch alle glücklich und niemand hat’s gemerkt.“

Echte Profis eben! 😉

Hier habe ich euch meinen kurzen Besuch in der Küche der A-ROSA FLORA auch im Video festgehalten:

Ihr seid neugierig geworden und freut euch auf all die leckeren Beiträge, die zur Gourmetreise noch folgen werden? Dann findet ihr auf dieser Seite immer alle aktuellen Beiträge, Videos und Updates: A-ROSA Blog. Viel Spaß beim Durchstöbern!

Eure River Cruise Bloggerin