Porto – 10 TIPPS für euren perfekten Tag!

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Zweitgrößte Stadt Portugals, wirtschaftliches Zentrum des Landes und belebte Hafenmetropole. Heimat des Portweins und UNESCO Welterbe. Allesamt beeindruckende Attribute, die Porto zwar ganz gut beschreiben, aber dennoch nichtssagend sind.

Es sind Eigenschaften, die nüchtern betrachtet zwar stimmen, aber doch nicht zu Porto passen. Schnöde Fakten können einfach nicht beschreiben, wie schön diese Stadt ist und wie wunderbar es sich anfühlt, durch ihre schmalen Gassen zu laufen. Zahlen können nicht ausdrücken wie es sich anfühlt, am Ufer des Douros zu sitzen, mit einem guten Glas Port in der Hand. Wenn man die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht spürt, den Holzbooten mit den riesigen Weinfässern bei ihrer täglichen Arbeit zusieht und von weiter Ferne die schwere Melodie von Fado-Klängen herüberweht.

Sonnenaufgang in Porto

Bei eurer A-ROSA Flusskreuzfahrt auf dem Douro ist Porto Start- und Endpunkt der Reise. Dank extra langer Liegezeiten habt ihr hier genug Zeit, um die Stadt in aller Ruhe zu erkunden. Und da gibt es tatsächlich eine ganze Menge zu entdecken! Wir waren für euch im Vorfeld schon einmal im bezaubernden Porto und haben die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und aufregendsten Erlebnisse getestet. Herausgekommen sind die folgenden 10 Tipps, welche die Gestaltung eures Ausflugs ein wenig erleichtern sollen. Okay, wahrscheinlich dürfte es trotz der langen Liegezeiten vor Ort schwierig werden, wirklich all diese Punkte „abzuarbeiten“. Aber wer weiß, vielleicht begeistert euch Porto ja genauso wie uns, und ihr kommt einfach ganz bald noch einmal her.

1. Portugals höchsten Kirchturm besteigen

Auf den ersten Blick wirkt er gar nicht so groß, aber dennoch ist der Torre dos Clérigos mit seinen 76 Metern der höchste Kirchturm in ganz Portugal. Wer ihn besteigen möchte muss zunächst die 225 schmalen Stufen erklimmen, wird dafür jedoch mit einem wunderbaren Ausblick auf Porto belohnt. Ihr könnte den Douro erspähen, den Ponte Dom Luis und mit ein bisschen Glück sogar euer A-ROSA Schiff!

Wem der Aufstieg zu anstrengend ist, der kann sich auch einfach nur die barocke Kirche ansehen, welche ebenfalls sehr sehenswert ist und sich im selben Gebäude wie der Turm befindet. Hierfür müsst ihr dann auch keinen Eintritt zahlen.

Ausblick vom Torre dos Clérigos

2. Die schönste Buchhandlung Europas besuchen

Ich gebe es zu: diese Sehenswürdigkeit findet bei mir nur mit sehr gemischten Gefühlen ihren Platz in dieser Auflistung. Auf der einen Seite handelt es sich hierbei tatsächlich um eine wunderschöne Buchhandlung, um genau zu sein eine der schönsten der ganzen Welt. Die Livraria Lello ist so schön, dass sich sogar die Autorin Joanne K. Rowling hier für ihre berühmten Harry Potter Romane inspirieren lies. Doch genau dieser Fakt erklärt auch, warum ich mit dieser außergewöhnlichen Buchhandlung eine solche „Hassliebe“ hege.

Unzählige Touristen, unter ihnen hunderte Harry Potter Fans, stehen tagtäglich stundenlang Schlange, um einmal den Laden von Innen zu sehen. Der Eintrittspreis hält sich zwar noch im Rahmen, aber ob es sich für einen kurzen Aufenthalt in einer rappelvollen Buchhandlung lohnt, eine ganze Stunde lang anzustehen, muss letztendlich wohl jeder selbst entscheiden. Dennoch, die aufwändigen Holzverzierungen, die rot ausgekleidete Wendeltreppe und die bis an die Decke gestapelten Bücher sind traumhaft schön anzusehen.

3. Spaziergang über den Ponte Dom Louis

Man nennt ihn auch den Cousin des Pariser Eiffelturms: Der Ponte Dom Luis. Die schmiedeeiserne Fachwerk-Bauweise ähnelt tatsächlich sehr dem Wahrzeichen Frankreichs. Kein Wunder, ist diese Brücke doch von einem Schüler Gustave Eiffels erbaut worden. Sie führt über den Douro und verbindet somit die Altstadt mit dem Stadtteil Vila Nova de Gaia. Auf zwei Ebenen können Fußgänger von einem Flussufer zum nächsten gelangen. Die untere Etage ist dabei die schnellere Variante um einfach nur den Fluss zu überqueren. Wer den oberen Weg wählt, hat allerdings einen deutlich schöneren Ausblick über ganz Porto. Besonders bei Sonnenuntergang ist das Panorama von hier aus betrachtet einfach atemberaubend.

Ausblick vom Ponte Dom Luis über die Stadt Porto

4. Portwein trinken in der Vila Nova de Gaia

Im Douro-Tal wird der Portwein produziert und in Porto gelagert, so die jahrhundertealte Tradition. Noch heute befinden sich in der Vila Nova de Gaia zahlreiche Weinkeller, die Unmengen an Portfässern beherbergen. Direkt am Ufer des Douros gibt es somit auch hübsche Terrassen, auf welchen sich mit Blick auf die Altstadt hervorragend ein gutes Glas Port genießen lässt. Wer noch mehr über den Portwein erfahren möchte, kann hier auch an einer Führung durch die Keller teilnehmen und im Anschluss eine Auswahl unterschiedlicher Weine probieren.

Genau diesen Ausblick könnt ihr von der Vila Nova de Gaia aus genießen!

5. Durch die Altstadt (Ribeira) schlendern

Die Altstadt von Porto wird auch Ribeira genannt und zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. Typisch sind hier die vielen engen Gässchen und die alten Häuser, welche in den buntesten Farben und Mustern daher kommen. Grund dafür sind die Azulejos, also Kunstwerke aus Fliesen, welche ganz traditionell die Bauten verschönern sollen. In der Altstadt könnt ihr super shoppen, in den kleinen Cafés einkehren oder euch einfach in dem besonderen Flair treiben lassen. Künstler stellen gern ihre Werke mitten auf der Straße aus und hier und da erklingen lebensfrohe Töne einiger Musikgruppen, die ihr Können live zum Besten geben.

Die Altstadt von Porto

Ein Hinweis:

In Porto geht es immer wieder auf und ab, einige Treppen und steilere Hügel sind beim Erkunden der Stadt zu überwinden. Wir sind dabei so manches Mal ins Schnaufen gekommen. Bequemes Schuhwerk ist hier wirklich unerlässlich.

Ladies, die High Heels könnt ihr euch getrost für die Abende an Bord aufheben 😉

Straßenkunst in Porto

Typische Häuser!

Süße Cafés!

Überall Kunst!

6. Den hunderten kulinarischen Verlockungen nachgehen

In Porto könnt ihr wirklich schlemmen ohne Ende! Dabei habt ihr die Wahl zwischen bekannten portugiesischen Klassikern oder neuen Geschmäckern, von denen ihr vorher noch nie etwas gehört habt. Wofür Portugal bekannt ist? Ganz klar: Fisch und Meeresfrüchte jeglicher Art, Portwein und Pasteis de Nata, kleine süße Pudding-Blätterteig-Teilchen, für die ich einfach alles geben würde!

Aber habt ihr auch schon mal einen Porto Tonico getrunken? Er wird ähnlich zubereitet wie ein Gin Tonic, eben nur mit Portwein anstelle des Gins. Ich würde mich selbst als absolute Gin Tonic-Liebhaberin beschreiben, aber die portugiesische Variante toppt einfach alles! Besonders empfehlen kann ich euch hierzu die Bar BASE direkt in der Altstadt, gegenüber der Livraria Lello. Hier sitzt ihr ganz entspannt im Gras oder auf szenigen Lounge-Möbeln unter freiem Himmel. Insbesondere am Abend, wenn die Lichterketten an sind und ein DJ auflegt, ist das DER Place to be.

Was ihr hier seht ist ein Pastéis de Bacalhau. Dabei handelt es sich um eine, primitiv ausgedrückt, „Bulette“ aus Stockfisch, welche mit einem kräftigen Käse gefüllt ist. Eine portugiesische Spezialität, die warm und mit einem Glas Portwein serviert wird. So hübsch in einer Palette angerichtet haben wir den Snack im Café Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau gegessen. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe des Torre dos Clérigos und ist somit die ideale Stärkung, um sich für den Aufstieg auf Portugals höchsten Kirchturm zu wappnen. Mit einem Gläschen Port geht einfach alles ein Stückchen leichter 😉

Sieht nicht lecker aus, klingt auch nicht lecker – schmeckt aber unfassbar gut! Die Rede ist von Francesinha, einem in Portugal berühmten „Sandwich“, welches seinen Ursprung in Porto hat. Dieses warme Sandwich besteht aus: Toastbrot, Kochschinken, Beefsteak, gebratenem Rindfleisch, einer portugiesischen Wurst die Chorizo ähnelt und einer Menge Käse! Die Soße besteht aus Tomaten, Senf und Bier. Typischerweise isst man dazu Pommes und trinkt ein super Bock.

Wir waren, wie ihr jetzt sicherlich auch, sehr skeptisch zu Beginn. Aber ich kann euch nur raten: probiert es einfach mal aus! Ich empfehle euch dafür das Restaurant Cervejaria Brasão Aliados in der Altstadt (Reservierung empfohlen). Dort gibt es angeblich die beste Francesinha in ganz Porto und auch das Ambiente mit vielen Portugiesen ist so richtig authentisch.

Außerdem super: Dort gibt es das Gericht auch als Veggie-Version. Somit kann wirklich jeder von dieser ganz besonderes portugiesischen Spezialität einmal probieren.

7. Die alte Handelsbörse besichtigen

Auf Portugiesisch trägt dieses Gebäude den klangvollen Namen Palácio da Bolsa. Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut, wurde der Palast zunächst als Börse und Handelsgericht genutzt. Heute finden hier Konferenzen statt und Besucher können bei Führungen die Schönheit der einzelnen Räume bewundern. Von Außen betrachtet war ich zunächst skeptisch, ob sich ein Besuch hier überhaupt lohnen würde. Lasst euch gesagt sein: der etwas unscheinbare Schein trügt! Besonders der Arabische Raum, komplett mit goldenen und üppigen Verzierungen beladen, beeindruckt jeden Besucher. Nicht oft bekommt man einen solchen Prunk so ausführlich zu sehen.

Staunen im Arabischen Zimmer der alten Börse

8. Eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn

Heutzutage verfügt Porto über ein modernes U-Bahnnetz. Zusätzlich gibt es noch immer einige der historischen Straßenbahnen, welche auf drei unterschiedlichen Routen verkehren. Ich kann euch besonders die Linie 1 empfehlen. Mit ihr fahrt ihr parallel zum Douro und kommt, wenn ihr möchtet, bis ans Meer. Denn auch das hat Porto zu bieten: breite, wunderschöne Sandstrände.

Die Bahnen fahren ca. aller 20 Minuten, Tickets ( bei uns 3€ p.P.) löst ihr direkt beim Fahrer. Innen sind die Waggons aus Holz mit typischen alten Sitzgarnituren. Am schönsten ist die Fahrt wenn man einen der Sitzplätze ergattern kann.

Daher mein Tipp: Steigt am besten an der Start-Haltestelle Infante im Zentrum ein, so erhöhen sich eure Chancen auf einen Sitz. Wer die Bahn vor der Endhaltestelle verlassen möchte, muss übrigens an einem Seil ziehen, welches sich oben an der Decke befindet. Hier ist eben noch alles ganz wie früher.

9. Ein Ausflug ins Fischerdörfchen Afurada

Genug vom Großstadttrubel, ihr wollt lieber einmal Porto als ganz ursprüngliches Hafendorf erleben? Oder ihr möchtet einfach den wahrscheinlichen frischsten Fisch ganz Portos erleben? Egal was eure Gründe sind, ein Besuch im Fischerdorf Afurada lohnt sich immer!

Der Weg dorthin ist auch ganz leicht. Ihr nehmt die historische Straßenbahn Linie 1 und steigt an der Station Gás aus. Direkt gegenüber der Station befindet sich am Douro der Anleger der Fähre mit dem Namen Flor de Gás. Diese kleine Fähre nehmt ihr um auf die andere Seite des Flusses zu gelangen, wo ihr dann auch schon in Afurda angekommen seid. Unser Ausflug führt uns direkt zur Taberna São Pedro, wo es angeblich den besten Fisch überhaupt geben soll. Hier wird der am Morgen erst gefangene Frischfisch direkt auf der Straße auf großen Grills zubereitet.

Auf den Tischen steht schon frisches Brot, ein mediterraner Salat und natürlich ein guter Schoppen Wein. Ich entscheide mich für einen Spieß mit Oktopus und Gambas, der einfach fantastisch schmeckt! Unter großen Sonnenschirmen sitzen wir vor dem Restaurant, in welchem ein Gitarrenspieler lautstark „Despacito“ zum Besten gibt. Dieser Ort ist einfach echt und voller Lebensfreude – genau SO habe ich mir Portugal immer vorgestellt.

Mittagessen in der Taberna de Sao Pedro

Frischfisch vom Grill in Afurada

Satt und glücklich verlassen wir die Taberna São Pedro und unternehmen noch einen kleinen Spaziergang zum Fischerhafen. Die eigentliche Besonderheit hier ist jedoch nicht der Hafen, sondern das öffentliche Waschhaus, in welchem noch heute Einheimische ihre Wäsche per Hand waschen. Wir sind an einem Sonntag da, weshalb etwas weniger los ist als sonst, aber dennoch verrichten einige Frauen hier ihre Arbeit. Die Wäsche wird direkt neben einem Parkplatz am Hafen aufgehangen. Sehr spannend das alles anzusehen und ein toller Einblick in das Leben der Menschen!

Die Wäsche flattert im Wind – direkt dahinter der Fischerhafen von Afurada

10. Den Bahnhof São Bento bestaunen

Der Bahnhof São Bento von Porto ist nicht einfach irgendein Bahnhof – er ist ein riesiges Kunstwerk! Die Wände der Eingangshalle sind allesamt mit den typisch portugiesischen Azulejos gestaltet. Diese Bilder, welche aus einzeln bemalten Fliesen zusammengesetzt werden, erzählen alle verschiedene Geschichten der portugiesischen Historie. Eine Sehenswürdigkeit, die jedem Reisenden komplett frei zugänglich ist und bei keinem Porto-Besuch fehlen sollte!

Bahnhof Sao Bento in Porto

Wahrscheinlich habt ihr es beim Lesen schon gemerkt: Porto hat mich wirklich restlos begeistert! Die vielen kleinen Gässchen in der Altstadt, die Sonnenuntergänge am Douro und die vielseitigen kulinarischen Verlockungen waren einfach bezaubernd. Aber ganz besonders ins Herz geschlossen habe ich die Portugiesen, welche uns ausnahmslos mit ihrer Herzlichkeit und Offenheit in Porto aufgenommen haben.

Eine kurze Anekdote:

Es ist der erste Tag für uns in Portugal, erst vor zwei Stunden sind wir hier in Porto gelandet und nun ausgehungert auf der Suche nach etwas zu essen. In einem kleinen Restaurant inmitten der Altstadt werden wir schließlich fündig. Eine Kellnerin, die am Tag wahrscheinlich hunderte Touristen bedient, nimmt unsere Bestellung auf. Woher wir denn kommen würden, fragt sie uns und wie lange wir bleiben. Wir erzählen von unserem Plan eine Tour durch das Douro-Tal zu unternehmen. Sie ist begeistert und als sie erfährt, dass wir noch einige Tage in Porto verbringen werden, meint sie nur: „Ich bin gleich wieder da, ich hol nur kurz was zum Schreiben.“.

Wir sind ein wenig verwirrt und gespannt was uns gleich erwartet, als sie auch schon wieder an unserem Tisch auftaucht. Mit dabei hat sie einen handgeschriebenen Zettel, auf dem 10 Empfehlungen und Tipps für Porto stehen. Dieser Zettel war nicht vorgedruckt. Den hat sie nur für uns geschrieben, mitten im Mittagsgeschäft, weil sie „uns einfach ein paar Tipps geben wollte“. Begeistert erklärt sie uns ausführlich, wie wir wann und wohin gehen müssen. Wir sind beeindruckt. Selten haben wir so viel Freundlichkeit gegenüber Gästen erlebt, erst recht nicht in einer so lebhaften Metropole.

Porto – bei mir war es Liebe!

Ihr seid gespannt, was es auf einer Douro Flusskreuzfahrt mit A-ROSA noch alles zu entdecken gibt? Porto war erst der Anfang, also freut euch auf viele weitere Abenteuer! Gemeinsam werden wir in  Weinbergen picknicken, Himmelstreppen erklimmen, durch Burgruinen wandeln und sogar bis nach Spanien pilgern. Schaut einfach immer wieder hier im A-ROSA Blog vorbei, dann verpasst ihr keinen Artikel und seid bestens vorbereitet, wenn auch euer Portugal Erlebnis mit A-ROSA startet.

Eure River Cruise Bloggerin

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